Initiative i128: Präambel Umwelt (AG Umwelt)

Über dieses Thema wurde bereits abgestimmt. Unten wird angezeigt, wieviele Für- und Gegenstimmen zusammengekommen sind. Zur Auszählung und zur Bestimmung der Reihenfolge wird die Schulze-Methode verwendet. Dieses Votum ist per se noch nicht bindend. Wenn der Antrag beim zuständigen Organ der Piratenpartei Deutschland eingebracht wird, kann es aber berücksichtigt werden.

Die Texte wurden von einzelnen Benutzern eingestellt und sind keine offizielle Aussage der Piratenpartei.

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 Ja: 184 (51%) · Enthaltung: 42 · Nein: 178 (49%) · Nicht angenommen (Rang 2)
Letzter Entwurf vom 26.08.2010 um 15:50:26 Uhr · Zeige alle Versionen (11) · Short URL: lfpp.de/i128

Modul 1: Nachhaltigkeit (Freiheit für nachfolgende Generationen)

Die Piratenpartei steht für Nachhaltigkeit. Deshalb wollen wir so handeln, dass auch in Zukunft die Grundlagen für eine würdige Existenz in Freiheit vorhanden sind. Voraussetzung dafür ist ein transparenter und verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Erklärungstext: Wichtige Ressourcen für ein Leben in Freiheit sind bspw. ausreichend Trinkwasser und Lebensmittel, saubere Luft, aber auch Rohstoffe zur Produktion und Energieerzeugung. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen bedeutet, dass diese in einer effizienten Art und Weise genutzt und erhalten werden, um deren langfristige Nutzbarkeit zu gewährleisten.
 
 

Modul 2: Lebenswerte Umwelt (Lebensgrundlagen sichern)

Wir wollen eine gesunde und natürliche Umwelt erhalten. Dies bedeutet die Reduktion des Eintrages von schädlichen Stoffen in unsere Umwelt und den Schutz und die Wiederherstellung von Naturräumen, insbesondere denen mit einer hohen Artenvielfalt.

Erklärungstext: Der Eintrag von schädlichen Stoffen in die Umwelt beeinträchtigt Ökosysteme und unsere Gesundheit. Eine artenreiche Umwelt erhält langfristig den notwendigen Bestand von Populationen. So ist ein langfristiger Erhalt der natürlichen Kreisläufe möglich. Wälder und Feuchtgebiete mit ihren vielfältig positiven Wirkungen gilt es besonders zu erhalten und auch neu zu schaffen.
 
 

Modul 3: Umgang mit Ressourcen

Wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Dafür müssen endliche und regenerative Ressourcen nachhaltig genutzt werden. Um nachfolgenden Generationen auch Möglichkeiten zu erhalten sollen generative Ressourcen in großem Umfang genutzt werden und soweit möglich die Verwendung von endlichen und regenerativen Ressourcen ersetzen.

Erklärungstext: Nachhaltige Nutzung von endlichen Ressourcen bedeutet diese in Kreisläufen durch Wiederverwendung zu erhalten. Nachhaltige Nutzung von regenerativen Ressourcen bedeutet, dass in jedem Zyklus nur das entnommen wird, was sich im selben Zeitraum neu entwickelt.

  • Endliche Ressourcen sind bspw. Mineralien und Erze wie Gold und Uran.
  • Regenerative Ressourcen sind bspw. Pflanzen, Tiere und Trinkwasser.
  • Generative Ressourcen sind Ressourcen, die sich nicht verbrauchen und deshalb in vollem Umfang genutzt werden können, wie z.B. Wind- und Sonnenenergie.

 

Modul 4: Umgang mit Leben (Freiheiten für Lebewesen, die nicht selbst für ihre Bedürfnisse und Rechte eintreten können)

Wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Leben. Deshalb sind wir für einklagbare Rechte für alle höheren Lebewesen und das Ökosystem. Unser Ziel ist es grundsätzlich Tierquälerei zu vermeiden. Insbesondere wollen wir eine gesetzliche Festschreibung artgerechter Tierhaltung, sowie eine Reduzierung und möglichst komplette Umstellung von Tierversuchen auf bessere Forschungsmethoden.

Erklärungstext: Keinem Lebewesen sollte unnötig Leid oder Schmerz zugefügt werden. Deshalb werden klare Regeln und Richtlinien für ein gewaltfreies Zusammenleben benötigt. Außerdem müssen entsprechende Lerninhalte in den Bildungseinrichtungen und darüber hinaus geschaffen werden, welche das notwendige Verständnis und Verhalten gegenüber allem Leben dieser Erde vermitteln.
 
 

Modul 5: Energiepolitik

Wir wollen eine langfristig sichere und umweltschonende Energie-Infrastruktur. Dies bedeutet eine Umstellung von endlichen Energieträgern auf generative und regenerative Energiequellen. Regenerative Energieträger sollen dabei nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit genutzt werden und nicht in Konkurrenz zu anderen Umweltzielen stehen. Außerdem wollen wir eine transparente dezentralisierte Erzeugerstruktur. Nur so kann eine Partizipation jedes Bürgers erreicht und Monopolstellungen verhindert werden.

Erklärungstext: Generative Ressourcen sind bspw. Wind-, Wasser-, Solar- und Gezeitenkraft, sowie Geothermie. Regenerative Energieträger wie Palmöl, stehen häufig in Konkurrenz zur Erhaltung der (Regen)Wälder und Anbauflächen zur Nahrungsmittelproduktion. Um dies zu vermeiden, muss die Nutzung einer klaren und wirkungsvollen Regelung unterliegen. Einer dezentralen Erzeugerstruktur, an der jeder Bürger partizipieren kann und die Infrastrukturmonopole verhindert, stehen bspw. Großkraftwerke, wie AKWs entgegen.
 
 

Modul 6: Umgang mit Massenvernichtungswaffen

Wir lehnen die Herstellung, den Verkauf und die Lagerung von Massenvernichtungswaffen grundsätzlich ab. Wir verzichten auch im Verteidigungsfall auf den Einsatz von Massenvernichtungswaffen, weil die Folgen ein würdiges Leben für uns und nachfolgende Generationen durch eine unkontrollierbare Zerstörung gefährden.

Wir werden nicht auf andere warten, sondern mit gutem Beispiel voran gehen. Dadurch entstehen Vorteile für uns, die durch gute internationale Zusammenarbeit die globalen umweltpolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts lösen.

Erklärungstext: Massenvernichtungswaffen sind Waffen, die eingesetzt werden, um viele Menschenleben und ganze Städte auszulöschen. Darüber hinaus verursachen sie erhebliche Schäden an lebenswichtigen Ökosystemen, der Gesundheit von Überlebenden und deren Nachkommen
 
 

Hinweis

Wenn euch Punkte in der Präambel wichtig sind, euch aber "kleinere" spezifische Inhalte in einzelnen Modulen stören, solltet ihr trotzdem der Präambel eure Zustimmung geben, da es uns mit dem Gesamtantrag in LF darum geht überhaupt die Möglichkeit zu haben die Präambel zum Parteitag komplett vorstellen zu können.

Auf dem Parteitag könnt ihr natürlich wieder die Module einzeln abstimmen. Wir möchten nur nicht, dass unser Gesamtkonzept hier im LF und auf dem Parteitag völlig zerstreut wird und der Zusammenhang und die grundlegenden Gedanken welche sich hindurchziehen einfach verloren gehen.

Kommentare zu Anregungen

  1. "Module einzeln": Es wird darüber diskutiert ob es sinnvoll ist die Module einzeln einzustellen. Das Problem ist, dass die Module der Präembel dann nicht mehr im Zusammenhang gesehen werden.
  2. "Textstruktur ändern": wird noch diskutiert
  3. "Definition "Nachhaltigekeit"" Sollte eigtl. in Modul 3 definiert sein und im Erklärungstext von Modul 3 weiter ausgeführt, was sollte denn noch mit rein? (ggf. Mail an die Ag-umwelt@lists.piratenpartei.de oder neue Anregung machen)
  4. "Zuviel für Präambel" Eine Seite Präambel ist unserer Meinung nach nicht zu viel, das komplette Umweltprogramm soll ja letztendlich daraus abgeleitet werden können.
  5. "Modul 5 und 6 überflüssig" Modul 5 klärt Infrastrukturfragen hinsichtlich Partizipation. Das geht unserer Meinung nach aus Modul 1-4 noch nicht hervor. Modul 6 stellt den Schnittpunkt zur Außenpolitik und zu Umweltschäden durch Konflikte her, weil Umweltfragen nicht nur regionaler Natur sind und an die Außenpolitik gebunden. Das geht unserer Meinung nach aus Modul 1-4 noch nicht hervor. (Hinweis: einzelne Module könnt ihr auch auf dem Parteitag noch ausklammern, wenn sie euch überflüssig erscheinen)
  6. "Tierversuche erlauben wenn Absolut keine andere Möglichkeit existiert zum Beispiel ein Medikament zu testen": Die bisherige Formulierung enthält im Grunde genau was du sagst. Jedoch gibt es die besseren Methoden bereits, siehe auch die Erklärungen auf den FAQs und Link Seiten der AG Umwelt. Der letzte medizinische Durchbruch, war die Entdeckung des Virus, der den Gebärmutterhalskrebs auslöst, woraufhin ein Impfstoff entwickelt werden konnte. Dieser Virus musste jedoch im menschlichen Organismus gefunden werden, da hilft es nicht wie häufig bei Tierversuchen der Fall einfach nur die Symptome menschlicher Krankheiten bei anderen Tieren hervorzurufen, weil man so nicht die wirkliche Ursache der Krankheit findet. Versuche am menschlichen Organismus sind deshalb viel wichtiger und können für eine wirklich verlässliche Aussagekraft nur durch Versuche an simulierten Menschmodellen auch adäquat ersetzt werden. Tierversuche waren früher, um absolute Grundlagen im anatomischen Aufbau und der Funktionsweise von Organismen zu verstehen ein "gutes" Hilfsmittel, bringen aber jetzt kaum neue oder gar für uns Menschen wichtige Erkenntnisse.
    1. Ein Wirkstoff kann bei Ratten, Hunden, Affen etc. eine positive Wirkung haben, aber beim Menschen negative bis zum Tod, siehe Contergan Vioxx, Lipobay etc. Genauso ist der umgekehrte Fall. Ein Wirkstoff kann negative Folgen im Tierversuche haben, aber könnte das Allheilmittel für den Menschen sein, wird aber wegen #Fail bei Tierversuch verworfen.
    2. Wichtig ist am richtigen Organismus zu forschen, deshalb auch den menschlichen Organismus simulieren mit Gewebe, Flüssigkeiten und Mikrochips zur Steuerung. Diese Methoden werden immer besser und könnten bereits sehr viel Tierquälerei überflüssig machen, jedoch ist der Pharmaindustrie ohne öffentlichen Druck wenig daran gelegen ihr bisheriges für sie gut funktionierendes System umzustellen.
  7. "Modul 6 bitte im Themenbereich "Außenpolitik" einbringen!" Diese Überlegung gab es auch von unserer Seite, zumal die beiden Präambeln (Umwelt, Außenpolitik) auch in Zusammenarbeit entstanden. Bisher ist es so, dass in der Präambel zur Außenpolitik das Ziel des allgemeinen Abrüstens definiert ist, weil es generell wichtig ist nicht immer mehr Kriegsmaterial herzustellen und auf der Welt zu verbreiten. Das besondere Augenmerkt auf Massenvernichtungswaffen (Weapons of Mass Destruction - WMD) hat jedoch in Anbetracht der enormen Umweltschäden von biologischen, chemischen und atomaren Waffen, also den Schäden für nachfolgende Generationen unserer Meinung nach im Bereich Umweltpolitik mehr Sinn. Da es bei Umweltpolitik insbesondere darum geht Schäden für unsere Kinder und Enkelkinder abzuwenden. Die beiden Präambeln greifen somit auch nahtlos ineinander.
    1. Es wird ja letztendlich auch so sein, dass die Module auf dem Parteitag einzeln abgestimmt werden und das auch an der Reihenfolge im Parteiprogramm gearbeitet wird. Somit kann man dann die Einordnung auch auf dem Parteitag noch diskutieren, wenn die Präambeln denn jetzt genügend Zustimmung erhalten, um dort überhaupt vorgestellt und diskutiert werden zu können.
  8. "Dezentrale Energieerzeugung oft ineffizient" Der Wirkungsgrad von alten Atom- und Kohlekraftwerken liegt ungefähr bei 30 %, bei großen modernen Steinkohlekraftwerken ungefähr bei 45 %, kleine moderne Blockheizkraftwerke haben hingegen einen Wirkungsgrad > 90%. In der Regel gilt, je größer die Anlage, desto kleiner ist ihr Wirkungsgrad, weil die entsprechende Abwärme nicht genutzt wird. Hinzu kommt, dass durch den Transport der Energie von A nach B Verluste entstehen, welche mit zunehmender Entfernung steigen.
    1. Dezentrale Energieversorgung schließt auch ein mehrere Kleinversorger zu einem virtuellen Großkraftwerk zu verbinden. Der wesentliche Aspekt ist die Eigenversorgung und die Entmonopolisierung des Energiesektors.